Mawlūd Tāǧaddīn al-Hindī in den für Südindien typischen Lettern

Feierliche Semestereröffnung und wissenschaftlicher Vortrag: Prof. Ines Weinrich: „Interreligiöse Beziehungen im vormodernen Indien: Ein neues Forschungsprojekt an der FSU”

Dienstag, den 15. April, von 18 c.t. Seminarraum (E003) in der Zwätzengasse 4
Mawlūd Tāǧaddīn al-Hindī in den für Südindien typischen Lettern
Foto: EAP British Library

Prof. Ines Weinrich wird einen Einblick in ihr Forschungsprojekt zu interreligiösen Beziehungen im vormodernen Indien geben. Das binationale Forschungsprojekt „Hindu-Muslim-Jewish Origin Legends in Circulation between the Malabar Coast and the Mediterranean, 1400s-1800s”, wird gemeinsam mit der University of Glasgow (UK) durchgeführt.

Das Projekt untersucht die Beziehung lokaler Gemeinschaften an der Südwestküste Indiens untereinander sowie zu weiteren Gemeinschaften im westlichen Indischen Ozean und Mittelmeerraum. Ausgangspunkt ist die Analyse der Gründungsmythen hinduistischer, muslimischer und jüdischer Gemeinschaften in Malabar/Kerala, die sich alle um dieselbe Person ranken, nämlich einen hinduistischen König, der sein Reich aufteilt und je nach Erzählung unterschiedlichen Gemeinschaften zuordnet.

Eine Auswahl von sieben Erzählungen in drei Sprachen (Malayalam, Arabisch, Hebräisch) wird in drei Dimensionen linguistisch, literarisch und inhaltlich untersucht. Kontrastiert mit den europäischen Interventionen in der Region, sollen die Erzählungen als Spiegel der Aushandlung geopolitischer Spannungen und der Bildung neuer Netzwerke gelesen werden. Der Vortrag greift zwei Aspekte heraus: einerseits die Herausforderungen bei der Erstellung einer digitalen Edition der Texte und zweitens die Verflechtung von kolonialen und einheimischen Quellen.

Im Anschluss an den Vortrag wollen wir mit Ihnen das Semester feierlich einläuten. Für Getränke ist gesorgt – über Essensspenden freuen wir uns sehr!